Bericht Gardasee
 

 
Eine sechsköpfige Gruppe – Gerald, Herbert, Markus, Reinhard, Leopold und Manfred - der Sektion Radsport der Union Herzogsdorf/N. macht sich über Pfingsten 2012 auf zum Bikeeldorado am Gardasee.

Gestartet wird am Freitag den 25.5.2012 um 6:00 in Herzogsdorf. Nach mehr oder weniger problemloser Anreise wird das Hotel Santoni in Torbole um rd. 13:00 erreicht. Nach kurzer Lagebesprechung geht es direkt an die Geräte. Eine lockere Tour zur ersten Erkundung der Umgebung steht am Programm. Es geht  über einen flachen Radweg nach Arco und dann……ja eigentlich wollten wir nach San Martino. Bereits jetzt wurde ersichtlich, dass die Beschilderungen nicht unbedingt unserem Standard entsprechen. Wie auch immer, mit einem Mehraufwand von rd. 10 km wurde San Martino entdeckt und über das Bergdorf Drena weiter zum Lago di Cavedine gerollt.  Asphalt, Schotter, Trails – alles war bereits dabei. Bei der Ortschaft Pietramurata war der Wendepunkt der Tour erreicht und über einen netten Radweg ging es zurück nach Arco. Dort testet Markus mit den Handflächen noch die Qualität des italienischen Asphaltbelages – Testurteil „gut“. Zum Glück hatte er seine Handschuhe zwecks Materialschonung bereits im Rucksack verstaut. Im Quartier in Torbole wurde der erste Tag mit einem Weizenbierchen abgerundet. 
55 km und 770 Höhenmeter wurden am ersten Tag abgespult.

Am zweiten Tag (Samstag 26.5.2012) war bereits ein Highlight, nämlich der Tremalzo, eingeplant.
Es geht zuerst nach Riva, dort muss die Servicecrew rd. um Organisator Gerald noch das Rad von Markus verarzten, bevor der Einstieg zur Ponalestraße erfolgt. Entlang der Felsen schlängelt man sich mit herrlichem Blick auf den See Meter für Meter hoch. Nach einem Tipp eines Bikerpärchens aus Salzburg wird nicht der Weg nach Pregasina eingeschlagen sondern es geht direkt hinauf zum Lago di Ledro. Nun geht es sozusagen auf der Nordseite hinauf Richtung Tremalzo. Über steile Forststraßen, die an den schwierigsten Stellen als Betonrampen ausgeführt sind, geht es hinauf zum Bocca del Fortini auf rd. 1.240 m ü.A. Der Pfad führt nun entlang des Bergkammes zum Rifugio degli Alpini.  Der plötzlich einsetzende Regen „zwingt“ das Bikerteam zu einer Spaghettipause.
Der Regen hat nun zwar aufgehört, der Nebel schmiegt sich allerdings erbarmungslos an die Bergkette. Mit eingeschränkter Sicht geht es nun Kehre um Kehre auf teilweise sehr schottrigem Untergrund dem höchsten Punkt der Tour (Bocca di Val Marza auf 1.889 m ü.A.) entgegen. Doch die wilden Hunde aus dem Mühlviertel meistern diese Prüfung souverän und erreichen nach einer kurzen Abfahrt das Rifugio Garda. Dort wird vor der langen Abfahrt auf einer Asphaltstraße nochmals eine Stärkung eingenommen.
Nach der kältetechnisch extremen Abfahrt genießen alle den wohlig warmen Radweg zurück zum Lago die Ledro. Von hier erfolgt die Rückfahrt wie auf dem Hinweg. Schließlich geht es über einen tückischen Singletrail in Riva direkt in den Gardasee. Danach erfolgt der übliche Abschluss mit Weizenbierchen am Stammtisch im Hotel Santoni. 79 km und 2.100 Höhenmeter sind die stolzen technischen Daten dieses Tages.

Aktive Erholung lautet das Motto für Sonntag den 27.5.2012. Ziel ist der Pass San Giovanni auf 1.080 m ü.A. Der Weg verläuft zuerst wieder nach Arco und von hier weiter nach Varignano. Auf steilem Asphalt schlängelt sich die Straße rauf nach Padaro. Die Straße wird immer enger und steiler und nach vielen Kehren und Höhenmetern (rd. 1.000) wird San Giovanni erreicht. Eigentlich sollte dies der Wendepunkt der Tour sein. Wie gesagt eigentlich, denn über eine steile Abfahrt (Forststraße teilweise mit Betonrampen) gehen bei so Manchem die „Downhillgene“ durch und so landen wir in Lundo. Nach Lagebesprechung und Kontaktaufnahme mit den Eingeborenen wird beschlossen über Ballino – ist übrigens der Geburtsort von Andreas Hofer (Denkmal!) – zum Tennosee weiterzuradeln. Danach geht es durch schmale Gassen von Ville del Monte hinab nach Riva. Nach dem dortigen Mittagessen geht es ab zum Frühschoppen nach Torbole und zwar an unserem Hotelstammtisch.
Am Erholungstag stehen letztendlich 56 km und 1.500 Höhenmeter zu Buche.

Am Pfingstmontag (28.5.2012) wird schließlich die Königsetappe zum Monte Altissimo (2.079 m ü.A.) in Angriff genommen. Vom Zentrum von Torbole geht es entlang des Radweges nach Nago und von hier folgend der Beschilderung „Strada Monte Baldo“. Die Asphaltstraße – praktisch kein Verkehr - bietet immer wieder herrliche Ausblicke zum Gardasee und die daran anschließende westliche Bergkulisse. Die Straße wird schmäler, die Steigungen stärker und so wird auf rd. 1.600 m ü.A. der letzte Parkplatz (nur für Weicheier!!) erreicht. Von hier verläuft ein Schotterweg, der im ersten Teil noch mehr oder weniger gut befahrbar ist. Doch dann ist Schluss und es folgt die Phase – wer sein Bike liebt, der schiebt. Diese Periode wird zwar immer wieder kurz unterbrochen – je nach Motivation und Kondition – doch ist von einer Trage- bzw. Schiebezeit von rd. 45 min auszugehen.
Über 2.000 Höhenmeter wurden in einem Stück geschafft und nach einer ausgiebigen Fotosession wird eine Rast auf dem direkt unter dem Gipfel befindlichen Rifugio Altissimo eingelegt. Danach ist im wesentlichen Downhill angesagt. Über groben Schotter, Asphalt und verschiedene Singletrails jeglichem Schwierigkeitsgrad gehts ins östliche Hinterland des Gardasees. Es werden die Orte San Valentino, San Giacomo, Festa und Castione durchquert. In Loppio wird der Radweg nach Torbole wieder erreicht. Eine Bikergruppe – übrigens aus Österreich – versucht dort das Team aus dem Mühlviertel zu überholen. Es bedarf keiner großen Worte, dass dieser Versuch klarerweise noch im Keim erstickt wurde. Letztendlich ist man noch über einen holprigen Weg wieder im Zentrum von Torbole gelandet. Jetzt wird standesgemäß noch ein Bad im Gardasee (rd. 16°) eingenommen und dann……ja, richtig! Es ist bereits wieder Zeit für den Stammtisch. 53 km und rd. 2.200 Höhenmeter ergeben sich für die letzte Etappe.

Am Dienstag den 29.5.2012 erfolgte die Heimfahrt!

Insgesamt wurden somit in 3 ½ Tagen rd. 243 km und 6.570 Höhenmeter erradelt.

Zusammenfassung von „Susi“:
Jede Menge an Sport, Schweiß, Spaß, landschaftlicher Kulisse und nicht zu vergessen der Stammtisch im Bikeparadies am Gardasee. Für jeden Teilnehmer sicherlich unvergessliche Tage.